BCM (Business Continuity Management) ist der Managementprozess, mit dem eine Organisation ihre zeitkritischen Geschäftsprozesse identifiziert und dafür sorgt, dass diese bei Störungen innerhalb festgelegter Zeiten fortgeführt oder wiederhergestellt werden können.
BCM fragt nicht, wie ein Ausfall verhindert wird, sondern wie die Organisation weiterarbeitet, wenn er eintritt. Ausgangspunkt ist der Geschäftsprozess, nicht das einzelne IT-System.
Die BIA ermittelt, welche Prozesse zeitkritisch sind und ab wann ein Ausfall untragbar wird. Daraus werden Kennzahlen abgeleitet: die maximal tolerierbare Ausfallzeit (RTO) und der maximal hinnehmbare Datenverlust (RPO).
Zum BCM gehören Notfallpläne für die identifizierten Szenarien, eine Notfallorganisation mit klaren Rollen, Wiederanlaufpläne für Prozesse und Systeme sowie regelmäßige Übungen. Ohne Test bleibt ein Notfallplan eine Annahme.
ISO 22301 ist die Norm für Business-Continuity-Managementsysteme, BSI-Standard 200-4 die deutsche Entsprechung. ISO/IEC 27001:2022 adressiert das Thema über die Controls A.5.29 und A.5.30. Das NIS2-Umsetzungsgesetz verlangt in § 30 Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs einschließlich Backup-Management und Krisenmanagement.
Disaster Recovery ist die technische Wiederherstellung von IT-Systemen und Daten. BCM ist der übergreifende Prozess und umfasst zusätzlich Personal, Standorte, Lieferanten und Kommunikation.