Über das Unternehmen
Löttco entwickelt und fertigt seit über 65 Jahren in Neuenrade komplexe Draht-, Rohr-, Stanz- und Schweißbauteile sowie hybride Komponenten aus Metall und Kunststoff. Ein großer Teil davon sind sicherheitsrelevante Bauteile.
Rund 90 Mitarbeitende bedienen von Neuenrade und dem zweiten Werk im tschechischen Bystrice aus über 80 Kunden - überwiegend OEMs sowie System- und Modullieferanten der internationalen Automobilindustrie. Konstruktion, Werkzeug- und Prototypenbau liegen im eigenen Haus, das Qualitätsmanagement ist nach IATF 16949 zertifiziert. Löttco begleitet Bauteile damit von der ersten Idee bis in die Großserie.
Herausforderung
Die Anforderung kam aus dem Markt, der Anspruch aus dem Unternehmen selbst.
Ohne TISAX®-Label wird man in der Automobilindustrie in vielen Ausschreibungen und Lieferantenbewertungen inzwischen gar nicht mehr betrachtet. Für Löttco war das Label deshalb ein klarer Faktor in der Auftragsgewinnung. Zugleich lag der Grund tiefer: Als Entwicklungspartner arbeitet Löttco täglich mit Kundenzeichnungen, Lastenheften, Prototypen- und Serienanlaufdaten. Diese Informationen zuverlässig zu schützen ist keine Formalie, sondern Teil der Leistung, für die Kunden Löttco auswählen.
Damit war für die Geschäftsführung von Anfang an klar, was das Projekt nicht werden sollte: eine Sammlung von Word-Dokumenten, die zum Assessment hervorgeholt und danach wieder abgelegt wird. Gesucht war ein Informationssicherheits-Managementsystem, das im Alltag arbeitet, sich in die bestehende Qualitätsorganisation einfügt und einen erkennbaren eigenen Nutzen erzeugt. Der Partner musste also nicht nur zum Label führen, sondern zu einem tragfähigen System dahinter.
Lösung
Löttco entschied sich für secjurs Comfort Self Service und damit für ein hybrides Modell aus Self-Service-Plattform und intensiver Expertenbegleitung — eine Kombination, die zu einem Mittelständler passt, der Verantwortung im Haus behalten und dabei auf erfahrene Anleitung zugreifen will.
Auf der InfoSec-Plattform wurde der VDA-ISA-Katalog vollständig abgebildet, Reifegrade gepflegt sowie Umsetzungsbeschreibungen und Nachweise strukturiert hinterlegt. Richtlinien, Verfahrensanweisungen und Bedienabläufe erhielten einen zentralen Platz mit klar geregelten Zugriffsrechten und Verantwortlichkeiten.
Entscheidend für Löttco waren dabei zwei Punkte:
Regelbetrieb statt Jahresaktion: Wiederkehrende Aufgaben, Statusanzeigen und klar geregelte Verantwortlichkeiten sorgen dafür, dass das ISMS auch im Alltag gelebt und weiterentwickelt wird. Eine mühselige Vorbereitung vor den wiederkehrenden Assesments entfällt somit.
Verzahnung mit dem bestehenden Qualitätsmanagement: Löttco arbeitet seit Jahren mit den Strukturen der IATF 16949 — Dokumentenlenkung, interne Audits, Maßnahmenverfolgung, Wirksamkeitsnachweise. Das ISMS wurde bewusst in diese vorhandene Logik hineingebaut statt daneben aufgestellt. Für die Mitarbeitenden entstand so kein zweites, fremdes Regelwerk, sondern eine Erweiterung dessen, was sie ohnehin kennen. Das hat die Akzeptanz in Fertigung und Verwaltung erheblich erleichtert.
Impact
Am Ende des Projekts stand eine vollständig ausgefüllte VDA-ISA-Liste, deren erreichter Reifegrad den geforderten Schwellenwert übertrifft. Das interne Audit mit secjur und das anschließende externe Assessment verliefen erfolgreich.
Wichtiger als das Label ist für Löttco aber, was danach geblieben ist. Verantwortlichkeiten sind benannt, Nachweise liegen zentral und aktuell vor, Kunden- und Lieferantenabfragen lassen sich ohne Suchaufwand beantworten, und die Informationssicherheitsthemen laufen im gleichen Takt wie die übrigen Managementprozesse mit. Löttco geht Automotive-Anfragen damit selbstbewusst entgegen und nutzt TISAX® gezielt als Vertrauensbeweis in neuen Kundenprojekten.