Datenpannen sind mittlerweile ein alltägliches Thema in den Nachrichten und verursachen hohe Kosten für Unternehmen. Laut einer Studie der „IBM“ hat allein eine einzige Datenpanne im Jahr 2018 ein deutsches Unternehmen bereits 4,25 Millionen Euro gekostet.
Die durchschnittlichen Kosten für ein gestohlenes Datenset belaufen sich auf 172 Euro pro Unternehmen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 9,1 % bedeutet. Leider werden Datenpannen aufgrund der steigenden Menge an verarbeiteten Daten und des Interesses daran auch in Zukunft eher zu- als abnehmen. Wie geht man also am besten mit Datenpannen um?
In diesem Artikel lesen Sie:
- wie Sie eine Datenpanne vermeiden
- was im Fall einer Datenpanne zu tun ist
- wie Sie Datenpannen vorbeugen können
Ein prominentes Beispiel für eine große Datenpanne war der Vorfall bei der Dating-App „Lovoo“, bei dem sensible Daten wie der genaue Aufenthaltsort der Nutzer, Geschlecht, Alter und sexuelle Orientierung abgefragt werden konnten. Durch eine undichte Schnittstelle wurden große Mengen dieser sensiblen Daten offengelegt.
Wie vermeidet man eine Datenpanne?
Um Datenpannen zu vermeiden, ist es für Unternehmen unerlässlich, bereits im Vorfeld konkrete Sicherheits- und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Neben einer robusten IT-Sicherheit, Datenschutzmaßnahmen und Schulungen für Mitarbeiter gehört auch ein Notfallplan für den Datenschutz zum Maßnahmenpaket.
Im Falle einer Datenpanne ist es entscheidend, schnell und bedacht zu handeln, um die 72-Stunden-Frist zur Meldung bei der Aufsichtsbehörde ab dem Zeitpunkt der Entdeckung der Panne einzuhalten.
Management über Datenpanne informieren
Der erste Schritt nach der Entdeckung einer Datenpanne besteht darin, das Management zu informieren. Je nach Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen sollte gegebenenfalls die zuständige Aufsichtsbehörde kontaktiert werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch nicht relevant, ob den Verantwortlichen ein Verschulden trifft oder wie hoch der entstandene Schaden ist.
Es ist auch ratsam, im Zweifelsfall den betroffenen Nutzer über die Panne zu informieren, wenn ein hohes Risiko für dessen Rechte und Freiheiten besteht. Die bereitgestellten Pflichtinformationen sollten unter anderem über die zu erwartenden Folgen der Verletzung sowie die ergriffenen Maßnahmen zur Abhilfe informieren.
Dokumentationspflichten nachkommen
Zusätzlich zu den genannten Maßnahmen sind umfangreiche Dokumentationspflichten für den Verantwortlichen erforderlich. Es ist wichtig, den Vorfall sowie die ergriffenen Maßnahmen zur Behebung des Problems ausführlich zu dokumentieren.
Die Bedeutung des Datenschutzes und der Sicherheit von sensiblen Daten ist in der heutigen digitalen Welt von entscheidender Bedeutung. Datenpannen können schwerwiegende Konsequenzen für Unternehmen haben, angefangen bei finanziellen Verlusten und Reputationsbeschädigung bis hin zu rechtlichen Konsequenzen. Daher sollten Unternehmen proaktive Maßnahmen ergreifen, um Datenpannen vorzubeugen und im Falle eines Vorfalls angemessen zu reagieren.