Threat Intelligence (Bedrohungsaufklärung) bezeichnet die systematische Sammlung, Auswertung und Aufbereitung von Informationen über aktuelle Bedrohungen, Angreifergruppen und deren Vorgehensweisen, um daraus Entscheidungen für die eigene Sicherheitslage abzuleiten.
Der Unterschied zu bloßen Bedrohungsdaten liegt in der Auswertung: Eine Liste verdächtiger IP-Adressen ist ein Datensatz, erst die Einordnung in den eigenen Kontext macht daraus verwertbare Erkenntnis.
Strategische Threat Intelligence richtet sich an die Leitungsebene und beschreibt langfristige Entwicklungen. Taktische Threat Intelligence beschreibt Taktiken, Techniken und Vorgehensweisen von Angreifern. Operative Threat Intelligence betrifft konkrete, bevorstehende Kampagnen. Technische Threat Intelligence liefert Indikatoren wie Hashwerte, Domains und IP-Adressen.
Genutzt werden behördliche Warnungen etwa des BSI und der ENISA, branchenspezifische Austauschkreise, kommerzielle Anbieter und offene Quellen. ISO/IEC 27001:2022 führt Threat Intelligence als eigenständiges Control A.5.7. Das NIS2-Umsetzungsgesetz sieht in § 30 den freiwilligen Austausch sicherheitsrelevanter Informationen vor.