Threat Modeling (Bedrohungsmodellierung) ist ein strukturiertes Verfahren, mit dem bereits in der Entwurfsphase eines Systems ermittelt wird, welche Bedrohungen bestehen, welche Auswirkungen sie hätten und welche Gegenmaßnahmen erforderlich sind.
Bedrohungsmodellierung setzt früher an als ein Penetrationstest: Sie betrachtet den Entwurf, nicht das fertige System, und deckt damit Schwachstellen auf, bevor sie implementiert werden.
Woran arbeiten wir, was kann schiefgehen, was unternehmen wir dagegen, und haben wir gute Arbeit geleistet. Der erste Schritt endet meist in einem Datenflussdiagramm mit Komponenten, Datenflüssen, externen Akteuren und Vertrauensgrenzen.
STRIDE kategorisiert Bedrohungen nach Angriffsart und ist die verbreitetste Methode. PASTA ist ein siebenstufiger, risiko- und angreiferzentrierter Ansatz. Attack Trees stellen Angriffsziele und Teilschritte hierarchisch dar. LINDDUN richtet sich speziell auf Datenschutzbedrohungen.
ISO/IEC 27001:2022 verlangt im Control A.8.25 einen sicheren Entwicklungslebenszyklus, zu dem die Bedrohungsmodellierung zählt. Die KI-Verordnung und der Cyber Resilience Act setzen bei Hochrisiko-Systemen beziehungsweise Produkten mit digitalen Elementen ebenfalls eine Risikobetrachtung ab der Entwurfsphase voraus.
Nein. Bedrohungsmodellierung prüft den Entwurf, ein Penetrationstest das implementierte System. Beide decken unterschiedliche Fehlerklassen auf.