



Volljurist und Compliance-Experte
December 22, 2025
5 Minuten
Als Jurist mit langjähriger Erfahrung als Anwalt für Datenschutz und IT-Recht kennt Niklas die Antwort auf so gut wie jede Frage im Bereich der digitalen Compliance. Er war in der Vergangenheit unter anderem für Taylor Wessing und Amazon tätig. Als Gründer und Geschäftsführer von SECJUR, lässt Niklas sein Wissen vor allem in die Produktentwicklung unserer Compliance-Automatisierungsplattform einfließen.
Persönliche Haftung: Geschäftsführer haften direkt für NIS2-Verstöße – IT-Abteilung allein reicht nicht mehr.
Betroffene Unternehmen: NIS2 betrifft weit mehr als kritische Infrastrukturen – auch viele KMU sind einbezogen.
10-Punkte-Plan: Von Risikoanalyse bis MFA – strukturierte Checkliste für die Umsetzung.
So kann Automatisierung als Lösung funktionieren. Wir zeigen, dass KI-gestützte Compliance-Tools Aufwand & Kosten für KMU halbieren können.
Aktualisierung vom 21.11.2025: Die NIS2-Pflichten greifen in Deutschland mit Inkrafttreten des neuen Gesetzes, das nach Zustimmung des Bundesrats Ende 2025 oder Anfang 2026 erwartet wird. Ab diesem Zeitpunkt gelten die erweiterten Anforderungen für zehntausende Unternehmen in Deutschland verbindlich.
Haben Sie in letzter Zeit von „NIS2“ gehört? Wahrscheinlich. Es ist eines dieser Themen, die plötzlich in Meetings auftauchen und wie ein weiteres kompliziertes IT-Problem klingen. Aber was wäre, wenn ich Ihnen sage, dass es nicht nur um IT geht – sondern um eine der größten strategischen Herausforderungen für Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren? Und, noch wichtiger: dass Sie als Geschäftsführer persönlich dafür haften?
Keine Sorge. Die gute Nachricht ist: NIS2 muss keine unüberwindbare Hürde sein, die Ihr Budget sprengt und Ihr Team überfordert. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wie Ihres gibt es intelligente Wege, die Anforderungen nicht nur zu erfüllen, sondern sie sogar als Chance zu nutzen, Ihr Unternehmen sicherer und widerstandsfähiger zu machen.
Stellen Sie sich NIS2 nicht als eine Liste technischer Vorschriften vor, sondern als ein Sicherheitsupgrade für die digitale Wirtschaft in Europa. Die EU möchte sicherstellen, dass wichtige Dienstleistungen – von der Energieversorgung bis zur Softwareentwicklung – auch bei einem Cyberangriff stabil bleiben.
Für Sie als Geschäftsführer sind vor allem vier Punkte entscheidend:
Ein zentrales, aber oft missverstandenes Konzept ist die Verhältnismäßigkeit. NIS2 verlangt nicht, dass ein 70-Personen-Maschinenbauer die gleichen Sicherheitsvorkehrungen trifft wie ein internationaler Cloud-Anbieter. Ihre Maßnahmen müssen an die Größe Ihres Unternehmens, die Wahrscheinlichkeit von Vorfällen und die potenziellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen angepasst sein.
Dieses Bild erklärt das zentrale Prinzip der Verhältnismäßigkeit bei NIS2: KMUs müssen ihre Sicherheitsmaßnahmen entsprechend ihrer Größe und Branche anpassen, um effizient und kosteneffektiv zu bleiben.
Die Unsicherheit rund um NIS2 führt zu Missverständnissen, die für KMU teuer werden können. Lassen Sie uns mit den häufigsten aufräumen.
Realität: Das war vielleicht bei der Vorgängerrichtlinie NIS1 der Fall. NIS2 erweitert den Anwendungsbereich drastisch. Viele mittelständische Unternehmen, die als Zulieferer für größere Firmen agieren oder digitale Dienstleistungen anbieten, fallen nun ebenfalls unter die Regelung. Wenn Sie beispielsweise Software für die Lebensmittelindustrie entwickeln oder IT-Dienstleister für ein Krankenhaus sind, sind Sie Teil der Lieferkette und somit relevant.
Realität: Dies ist der gefährlichste Irrtum. Durch die persönliche Haftung der Geschäftsführung wird Cybersicherheit zu einer zentralen unternehmerischen Aufgabe, vergleichbar mit Finanz- oder Rechtskonformität. Die IT-Abteilung setzt die Maßnahmen um, aber die Verantwortung für die Strategie, das Budget und die Überwachung liegt bei Ihnen. NIS2 verlangt, dass die Geschäftsleitung die Umsetzung der Cybersicherheitsmaßnahmen aktiv „billigt“ und „überwacht“.
Realität: Obwohl es Überschneidungen gibt, verfolgen die beiden Regelungen unterschiedliche Ziele. Während die DSGVO den Schutz personenbezogener Daten regelt, konzentriert sich NIS2 auf die Betriebssicherheit und Widerstandsfähigkeit Ihrer gesamten Netz- und Informationssysteme. Ein DSGVO-konformes Unternehmen kann immer noch empfindliche Lücken in der Systemsicherheit haben, die NIS2 abdecken will.
Die Richtlinie fordert in Artikel 21 mindestens zehn konkrete Maßnahmen. Das klingt nach viel, aber sehen wir es als eine strukturierte Checkliste, um die Widerstandsfähigkeit Ihres Unternehmens zu stärken. Viele dieser Maßnahmen sind auch ein Kernbestandteil etablierter Standards wie der ISO 27001 Zertifizierung.
Dieser Flowchart hilft KMUs, die 10 wichtigsten Schritte zur NIS2-Compliance zu verstehen und strukturiert umzusetzen – von der Risikoanalyse bis zur kontinuierlichen Überwachung.
Jetzt denken Sie vielleicht: „Das ist alles schön und gut, aber wer soll das bei uns machen? Wir haben keine eigene Compliance-Abteilung und unsere IT-Fachleute sind bereits am Limit.“
Das ist die zentrale Herausforderung für praktisch jedes KMU. Der Mangel an Zeit, Budget und spezialisiertem Personal macht die manuelle Umsetzung dieser 10 Punkte zu einer Mammutaufgabe.
Hier kommt die gute Nachricht: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Die gleiche Technologie, die unsere Welt digitalisiert, bietet auch die Lösung – intelligente Automatisierung und KI-gestützte Compliance-Plattformen. Anstatt Berater für teure Tagessätze zu engagieren, um manuell Checklisten abzuarbeiten, können spezialisierte Softwarelösungen viele dieser Aufgaben schneller, günstiger und zuverlässiger erledigen.
Stellen Sie sich eine zentrale Plattform vor, die wie ein digitaler Compliance-Manager für Sie arbeitet. Sie führt Sie nicht nur durch den Prozess, sondern nimmt Ihnen die wiederkehrenden und zeitaufwändigen Aufgaben ab.
Diese Grafik schafft eine dauerhafte Verknüpfung zwischen den NIS2-Anforderungen und praktischen KI-Lösungen, die KMUs helfen, Compliance-Anforderungen effizient und kostengünstig zu erfüllen.
Hier sind konkrete Beispiele, wie Automatisierung die 10 NIS2-Punkte für KMU handhabbar macht:
KI-Lösung: Automatisierte Tools scannen kontinuierlich Ihre Systeme auf Schwachstellen, identifizieren Risiken und schlagen konkrete Maßnahmen vor. Statt einer jährlichen manuellen Prüfung erhalten Sie ein laufend aktualisiertes Bild Ihrer Sicherheitslage.
KI-Lösung: Moderne Überwachungssysteme erkennen verdächtige Aktivitäten in Echtzeit. Sie können automatisch einen vorformulierten Bericht für die Behörden erstellen, der nur noch von einem Menschen geprüft werden muss. Das macht die Einhaltung der knappen Frist erst realistisch.
KI-Lösung: Compliance-Plattformen können die Sicherheitszertifikate und -nachweise Ihrer Dienstleister digital verwalten und Sie automatisch benachrichtigen, wenn ein Zertifikat abläuft oder ein Zulieferer ein bekanntes Sicherheitsrisiko darstellt.
KI-Lösung: Automatisierte Phishing-Simulationen und interaktive Online-Schulungen können an Ihr gesamtes Team ausgespielt werden. Die Plattform dokumentiert die Teilnahme und den Erfolg – ein perfekter Nachweis für NIS2.
Durch den Einsatz solcher Technologien wird Compliance von einer reaktiven Belastung zu einem proaktiven, überschaubaren Prozess.
NIS2 ist keine ferne Zukunftsmusik. Die Uhr tickt, und bis Oktober 2024 müssen die Regelungen in nationales Recht umgesetzt sein. Warten ist keine Option mehr.
Hier sind Ihre nächsten, umsetzbaren Schritte:
NIS2 ist eine Herausforderung, aber für gut vorbereitete KMU ist es vor allem eine Chance: die Chance, die eigene digitale Widerstandsfähigkeit zu stärken, das Vertrauen von Kunden und Partnern zu festigen und das eigene Unternehmen für die Zukunft sicher aufzustellen.
Neben den „wesentlichen“ Sektoren (z. B. Energie, Verkehr) gibt es die „wichtigen“ Sektoren. Dazu zählen Postdienste, Abfallbewirtschaftung, Chemie, Lebensmittelproduktion und -handel sowie das verarbeitende Gewerbe (z. B. Maschinenbau, Fahrzeughersteller) und Anbieter digitaler Dienste. Die genaue Einordnung hängt von Ihrer Unternehmensgröße und Tätigkeit ab. Eine finale Liste wird das nationale Umsetzungsgesetz liefern.
Neben den hohen Bußgeldern können die Behörden die vorübergehende Aussetzung von Zertifizierungen oder Genehmigungen anordnen. Im schlimmsten Fall kann Führungskräften vorübergehend die Ausübung ihrer Leitungsaufgaben untersagt werden.
Das ist die meistgestellte Frage. Eine pauschale Antwort ist unmöglich, da es von Ihrem aktuellen Sicherheitsniveau abhängt. Die Kosten für eine manuelle Umsetzung mit externen Beratern können schnell im fünf- bis sechsstelligen Bereich liegen. Automatisierungsplattformen bieten hier oft ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, da sie auf einem skalierbaren Abo-Modell basieren und den Bedarf an teurer manueller Arbeit drastisch reduzieren.
Der erste Schritt ist immer eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo stehen wir heute? Welche Maßnahmen haben wir bereits (z. B. durch ISO 27001 oder TISAX)? Eine sogenannte Gap-Analyse zeigt Ihnen genau, wo die Lücken zu den NIS2-Anforderungen liegen.

Als Jurist mit langjähriger Erfahrung als Anwalt für Datenschutz und IT-Recht kennt Niklas die Antwort auf so gut wie jede Frage im Bereich der digitalen Compliance. Er war in der Vergangenheit unter anderem für Taylor Wessing und Amazon tätig. Als Gründer und Geschäftsführer von SECJUR, lässt Niklas sein Wissen vor allem in die Produktentwicklung unserer Compliance-Automatisierungsplattform einfließen.
SECJUR steht für eine Welt, in der Unternehmen immer compliant sind, aber nie an Compliance denken müssen. Mit dem Digital Compliance Office automatisieren Unternehmen aufwändige Arbeitsschritte und erlangen Compliance-Standards wie DSGVO, ISO 27001 oder TISAX® bis zu 50% schneller.
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